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Hamburger Morgenpost Erschienen am: 10.04.2006

Yesim: Integriert und unerwünscht
13-jähriger Türkin droht Abschiebung - dabei galt sie als leuchtendes Vorbild
SIMONE PAULS
Vor zwei Wochen wurde sie noch als Beispiel für mustergültige Integration in die Handelskammer eingeladen - jetzt soll Yesim (13) in die vermeintliche Heimat abgeschoben werden. Dabei lebt die Türkin schon in Hamburg, seit sie wenige Monate alt ist.
Yesim geht in die sechste Klasse der Ganztagsschule St. Pauli, sie ist Klassensprecherin und hat gute Noten. "Es gelingt uns, einem jungen Menschen zu so einer tollen Entwicklung zu verhelfen, und dann vernichtet das Ausländergesetz all unsere Bemühungen", sagt Jörg-Martin Wagner frustriert.
Er ist Musiker bei dem mobilen Musik-Projekt "Jamliner". Yesim ist dort Sängerin. Mit der Gruppe trat sie im März bei der "Sozialbörse" in der Handelskammer auf - einer Veranstaltung, in der engagierte Projekte vorgestellt werden. Weil sie sich illegal in Hamburg aufhält, wurde Yesims Mutter verhaftet. Bis morgen muss sie Hamburg verlassen haben. Weil Yesim minderjährig ist, muss sie ihre Mutter begleiten. Das Mädchen ist verstört. Heute gibt es einen Termin beim Anwalt. Vielleicht wird ja noch alles gut, hoffen Freunde und Klassenkameraden.
(MOPO vom 10.04.2006 / SEITE 15)


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